08Jun
Abgelegt unter: Hochschulpolitik, Presse. Bislang ohne Kommentar.
Zur Bildungsstreik-Demo am 9. Juni (Mittwoch) erklärt Josefine Paul, neugewähltes münsteraner Mitglied des Landtages NRW:
„Auch in dieser Woche gibt es wieder zahlreiche Aktionen von Studierenden in ganz Deutschland, die deutlich machen, dass es kein ‚weiter so’ in der Hochschulpolitik geben kann. In NRW stehen dabei die Studiengebühren und die Demokratisierung der Hochschulen besonders im Mittelpunkt. Die GRÜNEN in NRW stehen für die Abschaffung der Studiengebühren und für einen sozial gerechten Zugang zu den Hochschulen – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Die Forderungen der Linken nach einer Abschaffung zum kommenden Wintersemester sind leider nur ein erneuter Griff in die populistische Trickkiste: Eine Abschaffung bereits zum nächsten Semester ist nicht einmal theoretisch möglich.
Erste Erfolge einer Mitbestimmung von Studierenden haben sich an der Universität Münster bereits gezeigt. So ist auf das Drängen der Studierenden die starre Anwesenheitspflicht gelockert worden. Allerdings kann dies nur ein Anfang sein. Ziel muss es sein, den Bologna-Prozess zu korrigieren und die Mitbestimmung an den Hochschulen zu stärken. Den Hochschulräten erteilen die GRÜNEN eine klare Absage!“
07Mai
Abgelegt unter: Frauen, Hochschulpolitik, Jugend, Presse, Sport, Themen. Bislang ohne Kommentar.
Originalartikel übernommen von Grüne Jugend NRW
Josefine Paul, 28 Jahre
Direktkandidatin in Münster Süd, Listenplatz 19
1. Wenn du im Landtag bestimmen könntest: Was würdest du in NRW als Erstes ändern?
Studiengebühren abschaffen! Studiengebühren sind unsozial und verschärfen die soziale Auslese in unserem Bildungssystem.
2. Mit welchen Themen bewirbst du dich für den Landtag?
Bildung/Hochschule, Sport und Gleichstellungspolitik
3. Seit wann bist du in der grünen Politik aktiv?
Ich bin seit gut zehn Jahren Mitglied bei den Grünen.
4. Was ist deine Wunschkoaliton?
Starke Grüne sind wichtig für einen Politikwechsel in NRW. Deshalb kämpfe ich zu aller erst für ein starkes grünes Ergebnis. Die meisten Anknüpfungspunkte für eine Koalition sehe ich mit der SPD.
5. Sollte die Grünen in der Opposition landen, was glaubst, dort erreichen zu können?
Zu einer starken Demokratie gehört auch eine starke Opposition – und die können wir GRÜNE. Themen wie Klimaschutz, Gleichstellung und Bilungsgerechtigkeit sind maßgeblich durch die GRÜNEN in der politischen Diskussion vorangetrieben worden.
Weitere junge Grüne KandidatInnen stellen sich auf dieser interaktiven Karte vor.
17Feb
Abgelegt unter: Hochschulpolitik, Themen. Bislang ohne Kommentar.
Es scheint so offensichtlich, dass man kaum glauben möchte, dass die politische Wahrheit der schwarz-gelben Mehrheiten in Bund und Land so plump ist. Der NRW-Wissenschaftsminister Pinkwart ist schon lange der Meinung, dass sich Leistung auch bei der Studienfinanzierung wieder lohnen muss, und erfand für NRW ein Stipendienprogramm, was Bundesministerin Schavan nun als „nationales Stipendienprogramm“ auch für den Bund entdeckt hat, um die stärksten 10% der Studierenden zu fördern. Welche Leistung sich hier lohnt, zeigt ein Blick auf eine Studie zum „Sozialen Profil in der Begabtenförderung“, die das Hochschulinformationszentrum (HIS) im Frühjahr 2009 vorlegte. Zusammengefasst lässt sich sagen: Wer hat, dem wird gegeben. Die Untersuchung der elf Begabtenförderungswerke in Deutschland ergab, dass zwei Drittel der Geförderten mindestens einen akademisch gebildeten Elternteil hatten.
Auch die Förderkriterien lassen gewisse Wünsche offen. Neben den Leistungen stehen hier zwar auch noch Persönlichkeit und soziales Engagement auf dem Prüfstand, von sozialen Kriterien scheint man bei den Stiftungen aber kaum etwas gehört zu haben.
Es bleibt der etwas fade Beigeschmack, dass sich die Eliten im deutschen Bildungswesen hier selbst reproduzieren. Denn zahlreiche Studien haben bereits nachgewiesen, dass der Bildungserfolg in Deutschland vom sozialen Status der Eltern abhängt. Wenn nun also die erfolgreichsten 10% der Studierenden unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern mit 300 Euro monatlich gefördert werden sollen, dann müssen sich Herr Pinkwart und Frau Schavan die Frage gefallen lassen, ob diese Form der Studienförderung nicht direkt dem Konzept der Vetternwirtschaft entliehen ist. Denn zu befürchten ist, dass die Bildungseliten im Land beim „nationalen Stipendienprogramm“ unter sich bleiben werden.
Die Bundesbildungsministerin verspricht zwar, dass die Stipendien nicht zu Lasten des BAföG gehen sollen, doch zeigt die Tatsache, dass sie sich erst nach einigem Ringen zu der Ankündigung einer moderaten Erhöhung der BAföG-Setze noch in diesem Jahr durchringen konnte, dass schwarz-gelb nicht auf gesamtgesellschaftliche Anstrengungen zur Erhöhung der Studierendenzahlen in einem steuerfinanzierten Bildungssystem setzt. Vielmehr setzt man auch im Bildungsbereich auf die klassische neoliberale Parole: Privat vor Staat!
Aber es geht auch anders! Die Grünen bieten mit ihrem zwei-Säulen-Modell zur Studienfinanzierung ein Modell an, das sich in erster Linie an sozialen Kriterien orientiert. Die erste Säule stellt einen Sockelbetrag für alle dar, der in der zweiten Säule mit einem Bedarfszuschuss für sozial schwächere kombiniert werden kann. Eine solche Reform der Studienfinanzierung wäre ein richtiger und wichtiger Schritt in Richtung der sozialen Öffnung der Hochschulen. Leistung braucht eben auch Startkapital.
Wir Grüne fordern mutiges Handeln beim BAföG, anstatt minimaler Korrekturen bei der Ausbildungsförderung und elitärer Stipendienprogramme!
18Jan
Abgelegt unter: Hochschulpolitik, Presse. Bislang ohne Kommentar.
Die Grünen Münster begrüßen die Einladung der Universitätsleitung zu einem gemeinsamen Gespräch an alle Studierenden der Universität Münster, um über die notwendigen Verbesserungen der Studienreform zu diskutieren.
„Den Worten müssen aber auch Taten folgen“, betont Josefine Paul, Kandidatin der Münsterschen Grünen für die Landtagswahlen. „Es ist gut, dass die Universitätsleitung sich entschlossen hat, wieder mit den Studierenden in den Dialog zu treten. Allerdings muss am Ende mehr stehen als eine bunte Tagungsdokumentation. Die Studierenden müssen gleichberechtigt in den Reformprozess einbezogen werden“, so Paul weiter.
Ungeachtet der Bemühungen der Universitäten liege der Spielball zu Verbesserung der Studienbedingungen aber in erster Linie im Feld der Landesregierung, so Paul weiter. „Die Bolognareform ist leider nur eine Baustelle. Wer die Universität von den Studierenden her denkt, muss die Studiengebühren abschaffen und die studentische Mitbestimmung wiederherstellen.“
Veröffentlicht auf: www.gruene-muenster.de
26Nov
Abgelegt unter: Hochschulpolitik, Presse. Bislang ohne Kommentar.
Eine Reaktion der Landesregierung auf die andauernden Proteste von Studierenden für bessere Bildungschancen fordert Josefine Paul, Landtagskandidatin der Grünen für Münster: „Während die Bundesregierung immerhin Änderungen beim Bafög ankündigt, drückt sich die NRW-Landesregierung nach wie vor um Reformen herum. Die Bildungspolitik ist Ländersache, der Ball liegt jetzt im Feld von Minister Pinkwart.
Statt die Proteste weiter zu ignorieren, muss die Landesregierung sich endlich auf eine Diskussion über die sozialen Ungerechtigkeiten an ihren Hochschulen einlassen. Die von der schwarz-gelben Landesregierung beschlossenen Studiengebühren haben zu einer Verschärfung der Situation der Studierenden geführt, die auch durch die jetzt angekündigte Erhöhung des Bafög-Satzes nicht aufgefangen werden kann”, so Paul.
„Den Protestierenden geht es nicht ums Geld, sondern um ein gerechteres Bildungssystem. Diese Ignoranz gegenüber den Interessen der Studierenden wird die Regierung bei den Landtagswahlen noch zu spüren bekommen. In Münster sollte das Rektorat das Gespräch suchen anstatt den berechtigten Protest zu kriminalisieren und erneut einen besetzten Hörsaal durch die Polizei räumen zu lassen. Wenn die Rektorin Ursula Nelles wirklich die Rückkehr zu einem offenen Dialog will, sollte sie die erwirkten Strafanträge gegen die Besetzerinnen und Besetzer des Audimax umgehend zurücknehmen und in Zukunft auf die Androhung von Zwangsmaßnahmen und Polizeieinsätze gegen Studierende auf dem Universitätsgelände verzichten”, so die Landtagskandidatin.
Veröffentlicht auf:
www.gruene-muenster.de
13Nov
Abgelegt unter: Frauen, Hochschulpolitik. Bislang ohne Kommentar.
Im September berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS, dass die Emanzipation der Frauen abgeschlossen sei. De facto seien es mittlerweile in manchen Gebieten sogar die Männer, die unter der Aufholjagd der Frauen zu leiden hätten.
Sicherlich geht die Analyse des FOCUS nicht völlig an der Realität vorbei. Richtig ist, dass Mädchen heute oftmals die besseren Bildungsabschlüsse machen und sich weniger selten dem Lernen verweigern als es statistisch gesehen die Jungs tun. Sie strömen mittlerweile genauso häufig an die Unis wie ihre männlichen Altersgenossen. Die interessante Frage ist aber doch, was nutzt das alles den Frauen? Denn noch immer sind sie überall da unterrepräsentiert, wo Karriere gemacht wird. Auch an Hochschulen endet ihr „Höhenflug“ meist mit dem ersten Abschluss. Obwohl sich auch hier abzeichnet, dass Frauen zunehmend die Nase vorn haben, geht die Kurve angefangen bei den Promotionen steil nach unten. Liegt ihr Anteil bei den Promovierenden noch bei knapp 40%, so sind es bundesweit nur noch etwa 15% bei den Professuren und Hochschulleitungen. Die Frau Professor ist noch immer eine Exotin auf dem Campus.
Dabei ist die Situation für den Wissenschaftsstandort und die von Kanzlerin Merkel ausgerufene „Bildungsrepublik“ Deutschland alarmierend. Der geringe Anteil der Frauen in Wissenschaft und Forschung ist längst zu einem Innovationshemmnis geworden. Europaweit ist Deutschland hier ins Hintertreffen geraten.
Warum haben es Frauen so schwer an Hochschulen Karriere zu machen? Zum einen ist da die ewige Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch für Akademikerinnen gilt, dass sie ihre Kinder betreut wissen müssen, um sich ihren wissenschaftlichen Arbeiten widmen zu können. Eltern müssen bei dieser Aufgabe unterstützt werden. Nicht nur Frauen würden von einer Flexibilisierung der Arbeitszeit und einem Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten an Hochschulen profitieren. Auch für Papa wäre es unter verbesserten Umständen leichter möglich, die Familienarbeit mit der Frau zu teilen.
Aber die Vereinbarkeitsfrage als einziger Erklärungsansatz greift zu kurz. Es sind vor allem die männlich geprägten Karrieremechanismen, die Frauen in Leitungspositionen verhindern. Klar ist: Ein bisschen Frauenförderung und ein wenig gender in Forschung, Lehre und Personalentwicklung reichen nicht aus. Wir brauchen verbesserte Instrumente, um die Frauenförderung an den Hochschulen weiterzuentwickeln. Eines dieser Instrumente kann die gesetzlich verankerte Frauenquote für alle Qualifizierungsebene sein. Nach dem sog. Kaskadenmodell würde eine solche Quote bedeuten, dass sich der zu erreichende Frauenanteil nach dem Anteil Frauen in der darunter liegende Qualifizierungsebene richtet. Bedeutet also, wenn 40% der Promotionen von Frauen abgeschlossen werden, dann soll auch der Anteil bei den Habilitationen auf 40% steigen.
Daneben gilt es auch von Seiten der Politik, Frauen in ihrem wissenschaftlichen Streben zu unterstützen. Landesweite Preise und Förderprogramme für Nachwuchswissenschaftlerinnen sind ein weiter Baustein einer ernsthaften Frauenförderung, die sich nicht allein in Symbolpolitik und Absichtserklärungen ergeht.
Wer es ernst meint mit der Bildungsrepublik, darf nicht das halbe Potential verschenken!